Reise nach Guangzhou 2012

Vom 17. bis 31. Mai 2012 reiste zum zweiten Mal eine Gruppe von Schülern und Lehrern ins Reich der Mitte, diesmal waren drei Schulen beteiligt: die Theodor-Heuss-Schule Reutlingen, die Kaufmännische Schule Wangen und die Wilhelm-Schickard-Schule. In mehreren Kooperationstreffen bereiteten wir die Reise vor. Am 5. Mai trafen sich dann alle Teilnehmer in der Wilhelm-Schickard-Schule, um sich kennenzulernen.

Herr Berres und seine Frau hatten zuvor erneut ihre Kontakte geknüpft, sodass wir sicher sein konnten, das Reiseprogramm zu verwirklichen.

In seinem Essay-Band „Unterm Schnurbaum“ spricht der Bonner Sinologe Wolfgang Kubin von der elementaren Bedeutung des Reisens:

„Nur in der Begegnung mit dem anderen werde ich ein anderer. Man spricht in diesem Zusammenhang von Wahlverwandtschaften, das heißt von der Möglichkeit, etwas an einen abzugeben und gleichzeitig etwas von einem anderen anzunehmen.“

Die Einblicke in die chinesische Arbeitswelt, vor allem aber die Begegnungen mit den chinesischen Germanistikstudenten an der Universität und die gemeinsame Wanderung auf den Bai Yun-Berg boten zahlreiche Anlässe zu einer „Verwandlung“ im Sinne Kubins.

Unser herzlicher Dank gilt deshalb wieder einmal Herrn und Frau Berres und ihren chinesischen Freunden, die uns diese unvergessliche Reise ermöglicht haben.

 

Erhard Mich

 

Auszüge aus den Reisetagebucheinträgen

Jasmin Klingner

Samstag, 19. Mai: Nachdem wir am Vorabend müde und erschöpft in China gelandet waren, ging es schon am Samstagmorgen mit unserem ersten Programmpunkt los.

Mit dem Bus fuhren wir nach Foshan. Dort besichtigten wir mit den chinesischen Germanistikstudentinnen Lea und Katrin den daoistischen Ahnentempel Zumiao.

Das Beeindruckendste waren für mich, neben der Architektur des Tempels, die Kung-Fu-Kämpfer. Wir folgten gespannt der Vorstellung im Innenhof und bewunderten Körperspannung und Disziplin.

Nach der Vorstellung konnten wir die Tempelanlage besichtigen. Interessant war zu beobachten, wie Chinesen beten: Sie zünden Räucherstäbchen an und stecken diese in einen mit Sand gefüllten Kessel; dabei wünscht man sich etwas. Meist nimmt man drei dieser Stäbchen, denn das soll Glück bringen, ebenso das Schreiben von Wunschzetteln. Diese Zettel werden auf einen Baum geworfen; je weiter oben sie hängen bleiben, desto größer ist die Chance, dass der Wunsch in Erfüllung geht.

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Nach einer Stärkung fuhren wir mit dem Bus zum Tintengarten. Die Monsunzeit machte sich bemerkbar; es begann heftig zu regnen. Wir stürzten uns mit Schirmen in die ‚Fluten‘, und trotz Regen wurde es ein unterhaltsamer Nachmittag. Der Park war sehr schön und typisch chinesisch angelegt: Wasserfälle, kleine Seen und imposante Statuen.

 

Angela Besteck

Sonntag, 20. Mai: Am Nachmittag fuhren wir zum Guangzhou-Park. Vor der Statue des Gründers der Republik China, Sun Yat-sen, machten wir unser erstes Gruppenfoto. Anschließend gingen wir in das Hauptgebäude der Gedenkhalle, in der Herr Mich einen interessanten Vortrag über die Republikzeit hielt.

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Nach dem Vortrag konnten wir uns in dem Gebäude umzuschauen. Besonders fasziniert waren wir von einem riesigen Saal mit einer großen Bühne und Tausenden von Sitzplätzen wie in einem großen Theater. Der Raum wurde gerade für eine Fernsehshow vorbereitet, die am Abend stattfinden sollte.

Das Highlight des Tages war das abendliche Shoppen. Endlich konnten wir unser Chinesisch anwenden und ein wenig mit den Verkäufern handeln!

 

Jonathan König

Donnerstag, 24. Mai: Nachdem wir nachmittags auf dem Jademarkt waren, ging es gegen Abend mit dem Bus zu einer Perlflussfahrt. Wir saßen auf dem Deck um kleine runde Tische herum und genossen die unglaubliche Aussicht: riesige, im Wechsel verschiedenfarbig beleuchtete Brücken und der gigantische Fernsehturm, der knallbunt in der Abenddämmerung strahlte. Es wurden noch einmal Fotos gemacht und Adressen ausgetauscht, denn es war auch die Abschlussfahrt für Lea und Katrin, die uns bis dahin begleitet hatten.

Als wir gegen halb elf Uhr wieder am Hotel waren, wollten Thomas und ich noch unsere 关系 (guanxi – der Begriff für Beziehung, auch im geschäftlichen Sinne) beim Kokosnussverkäufer am Perlflussufer ausbauen. Wir kauften uns eine 椰子 (yezi, Kokosnuss) und trafen dabei zufällig zwei Studentinnen aus Hainan. Zusammen gingen wir am Perlfluss spazieren, machten Fotos und hatten viel Spaß dabei, unser Chinesisch zu erproben.

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