„Der Film beginnt da, wo Krimis bekanntermaßen aufhören.“

Am kalten und verregneten Dienstagmorgen am 27. November 2012 hat unsere Klasse WG 11/1 „hohen“ Besuch bekommen. Edin Hasanovic, der Hauptdarsteller des preisgekrönten Films „Schuld sind immer die anderen“ unter der Regie von Lars Gunnar Lotz, nach einem Drehbuch von Anna Maria Praßler, besuchte das Frauenfilmfestival von terre de femmes in Tübingen und suchte das Gespräch mit uns Schülern. Unmittelbar davor hatten wir den doch eher schockierenden und atemberaubenden Film angesehen. Ein nagelneuer Kinofilm in der Schule und danach der direkte Austausch mit einem Schauspieler! Das ist dann doch etwas Neues gewesen. Der 24-Jährige ist schon seit sieben Jahren im Schauspielgeschäft und hat sich damit seinen Kindheitstraum erfüllt. Ben, die Hauptfigur des Filmes, ist seine erste große Hauptrolle. Als „böser Bube“ ist er bereits zweimal im Tatort zu sehen gewesen und in allen Fällen habe er wichtige Erfahrungen gesammelt. Obwohl der junge Schauspieler bislang selbst keinerlei Berührung mit dem Gesetz gehabt hat, gelingt ihm die Umsetzung des jugendlichen Straftäters Ben, der in einem Resozialisierungsprojekt die einmalige Chance bekommt sich zu bewähren, sehr überzeugend.
Unmittelbar nach dem beeindruckenden Film, der uns Zuschauer tiefe Einblicke in die „Welt“ von Ben gewährt, sind wir zunächst etwas sprachlos. Edin Hasanovic ist es dann aber gelungen, uns einen Eindruck von der Arbeit eines Schauspielers zu vermitteln. Es gelte, den Anspruch und die Vielseitigkeit einer Rolle zu erkennen – dazu besuchte z.B. das Filmteam eine Gruppe von Straftätern, die an einem echten Resozialisierungsprojekt teilnahmen. Er studierte dabei die Gesichtszüge, die Gestiken und Haltungen dieser ehemaligen Täter sowie er auch Jugendliche in seiner Heimatstadt Berlin z.B. in U-Bahnen verfolgte und ihren Gang, ihre Sprache und ihren Umgang miteinander beobachtete und kopierte. Das Entscheidende aber, um diesen straffälligen Jungen mitreißend spielen zu können, war der Ausdruck seiner Augen – die Sozialarbeiter versicherten Edin in der Vorbesprechung, dass diese Jungs absolut niemandem vertrauen und das spiegeln diese Augen wider.
Um sich beim Dreh voll auf seine Figur konzentrieren zu können, hört er „volle Kanne“ Musik.  Von uns wollte der junge Schauspieler wissen, ob jemand schon einmal mit dem Gesetz auf unangenehme Weise in Berührung gekommen sei – und nach dem Schweigen riet er uns, dass wir uns einfach niemals nur so auf der Straße rumtreiben sollten, dann könne auch nichts passieren. Gefragt nach seinem größten Ziel, verriet er uns: „Einmal gemeinsam mit Corinna Harfouch drehen.“ Wir wünschen ihm, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht und bedanken uns für das offene Gespräch. Im Anschluss an den Austausch haben einige aus der Klasse Interviews für das Filmteam von Campus-TV, das während des gesamten Gesprächs dabei gewesen ist, gegeben. Deren Bericht und die Interviews kann man demnächst unter folgendem Link anschauen:

Yanina Pawlik

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