Auf „Lurchis“ Spuren- Kennenlerntage in Bad Urach

Aufgeregtes Stimmengewirr vor dem Tübinger Bahnhof an einem warmen Septembermorgen. Die Klasse 11 ist startklar. Die Lehrer Stefanie von Szalghary und Victor Dier gucken zufrieden in die Runde, die Gruppe ist vollzählig. Der Ratschlag mit kleinem Gepäck und gutem Schuhwerk zu reisen, ist beherzigt worden. Nun geht es also los in Richtung Bad Urach auf Kennenlerntage.

Nach einer kurzen Zugfahrt werden die Jugendherberge und schließlich die Zimmer bezogen. Vieles hat sich in den letzten Jahren in Sachen Standard verändert. Die Schüler schlafen in gemütlichen Vierbett-Zimmer, oft mit eigenem Bad, die Küche geht auf alle Bedürfnisse ein, von vegan bis glutenfrei. Die Produkte sind natürlich rein biologisch. Das sah früher alles anders aus, wer erinnert sich nicht an den obligatorischen Hagebuttentee?

Nach dem Mittagessen wandern wir zu den Wasserfällen, vorbei an wildromantischer Natur, einen steilen Aufstieg hinauf zum Platteau. Unterwegs stöbern einige Schüler einen Feuersalamander auf, es wird gestaunt.Manche erkennen in ihm die Werbefigur „Lurchi“. Außergewöhnlich ist so ein Anblick allemal. Abends versammeln sich alle noch zu einer Runde „Sag die Wahrheit“ und „Tabu“.

Tag zwei beginnt mit gruppendynamischen Aktivitäten. Eines der Ziele solcher Ausflüge ist, das Zusammenwachsen der Klasse zu fördern. Nach kurzer Zeit fällt bei vielen die anfängliche Schüchternheit ab – man traut sich was. Auch die Lehrer spüren, wie hier etwas am Entstehen ist. Unterstützt wird das Lehrerteam an diesem Morgen von Edith Killinger, unserer Schulsozialarbeiterin. In kleineren Gruppen werden zum Beispiel nur mithilfe von einem Netz aus Schnüren Holzklötze aufeinandergestapelt. Berühren ist verboten, gefordert sind Absprachen und ein Aufeinandereinlassen. Immer wieder beginnt die eine Gruppe von Neuem, was könnte man machen, damit die Aufgabe doch noch gelingt? Wer hat die rettende Idee? Dann Jubel, die Gruppe hat es geschafft. Zufriedene Gesichter sind zu sehen. Abgerundet wird das Ganze durch ein Feedbackgespräch, bevor sich dann alle bei einem Mittagessen stärken.

Am Nachmittag geht es zum Geocachen in die Stadt. Die Lehrerin erläuterte davor die GPS-Geräte. Für viele der Generation Handy eine neue Erfahrung. Es müssen in der Stadt verschiedene Gebäude gefunden werden, die in der Stadtgeschichte eine Rolle spielen. Es geht über Stock und Stein, auch ein Zaun wird mal überwunden, es wird gelacht und gesucht. Natürlich will jedes Team gewinnen. Eine gemalte Attempto-Palme entpuppt sich als der gesuchte „Baum, der große Wurzeln hat und nicht bei uns wächst“. Davor sind aber schon alle anderen echten Bäume genauestens unter die Lupe genommen worden, den entscheidenen Hinweis erhielt das Team von einer Gruppe Grundschüler. Am Finale trägt sich das Gewinnerteam in das Gästebuch der Schatzdose ein. Und es bleibt die Erkenntnis, dass auch Umwege zum Ziel führen.

Am Abend steht das Highlight auf dem Programm, nämlich eine Fackelwanderung auf den Hohenurach. Der steile Aufstieg fordert die Schüler ganz unterschiedlich, aber keiner wird zurückgelassen. Man nimmt aufeinander Rücksicht und hilft beim Suchen des richtigen Weges. Spannende Gespräche ergeben sich, es wird gelacht und gescherzt. Am Ende des Tages fallen alle glücklich ins Bett, um am nächsten Tag wieder alles zu packen, die Zimmer zu reinigen und sich auf die Rückfahrt zu begeben. Als Abschluss darf jeder noch einen Brief an sich selbst verfassen. Dabei soll man  auf Fragen eingehen, wie z.B. Was wünsche ich mir? oder Welche Ängste habe ich vielleicht?. Diesen bekommen die Schüler an ihrer Abiturfeier in drei Jahren wieder. Die Reise „Abitur am Wirtschaftsgymnasium“ hat begonnen, neue Freundschaften sind am Entstehen, neue Abenteuer liegen vor den Schülern. Es bleibt spannend.
(Sz)

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