Marius Mayrhofer ist Deutscher Juniorenmeister im Straßenradsport

und Schüler der Wilhelm-Schickard-Schule (WG 11).
Lesen Sie mehr: Artikel des Schwäbischen Tagblatts vom 29.06.2017

Steiler Aufstieg

Radsport: Seit 2012 fährt Marius Mayrhofer Straßenrennen, seit Sonntag ist er Deutscher Juniorenmeister. Der 16-jährige Dußlinger hofft auf eine Profi-Karriere.  Von Moritz Hagemann

Marius Mayrhofer ist schon weit oben angekommen. Der 16-Jährige wurde am vergangenen Sonntag Deutscher Meister der U19, gewann in Linden nach 122 Kilometern den Sprint aus einer dreiköpfigen Gruppe heraus. „Das sind die Gefühle, die man in keinem anderen Bereich im Leben hat“, sagt der Dußlinger. Der Lohn dafür: 70 Euro Preisgeld. Es war Mayrhofers größter Erfolg.

Dabei ist seine Geschichte eine Erfolgsstory. Margrit Brenzel war beim RV Gomaringen in der Kids-Gruppe 2007 die erste Trainerin, später übernahm deren Mann Dieter. Und Mayrhofer wechselte vom Mountainbike auf das Rennrad. „Ich hab‘ das einmal probiert und bin immer erfolgreicher geworden, das hat mich motiviert“, sagt er. 2012 war das. Immer wieder kassierte er Rückschläge, stürzte, haderte auch mit Knochenbrüchen. „Aber er ist schon immer leidensbereit“, sagt der einstige Trainer Dieter Brenzel. „Marius ist ein Kämpfer, er weiß, was er will.“ Profi werden – das ist das ganz große Ziel.

Die Schule hat Mayrhofer gewechselt, ging im vergangenen Sommer vom Karl-von-Frisch-Gymnasium ans Tübinger Wirtschaftsgymnasium. Da hat er drei statt zwei Jahre Zeit fürs Abitur, die Schule kooperiere auch bei Freistellungen. „Das passt einfach zu meinen Plänen“, sagt er. Mayrhofer hat seinen Heimatverein verlassen und sich zur laufenden Saison dem RSC Linden in der Pfalz angeschlossen. Dort kann er mit Teamkollegen wie Junioren-Vizeweltmeister Niklas Märkl fahren, dessen Vater Andreas zugleich der Teamtrainer ist. Trainieren kann Mayrhofer weiterhin rund um die Heimat im Steinlachtal, das Pfälzer Team trifft sich bei den Rennen und zu Trainingslagern. Über den Jahreswechsel trainierte er mit zwei Freunden privat in der Toskana, mit dem Bund Deutscher Radfahrer ging es im Frühjahr ins Trainingslager nach Mallorca. Im Winter fährt Mayrhofer auch Ski.

Professionell ist der 16-Jährige schon: 400 bis 500 Trainingskilometer in der Woche, Beine rasieren für die Massagen und auch Dopingkontrollen. „Aber ich kenne niemanden, der dopt“, sagt Mayrhofer. „Ich denke, dass es bei uns fair zu geht.“ Ob er schon Sponsoren hat? „Meine Eltern“, sagt er. Die reisen zu den Bundesliga-Rennen immer mit: „Wir brauchen für die Wochenenden gar nichts planen“, sagt Mutter Ute – zumal auch die Tochter erfolgreich fährt (siehe „Auch die Schwester zählt zu Deutschlands Elite“).

Marius Mayrhofer sagt, er möge „wellige, technisch schwierige Rennen“. Ganz flach dürfe es nicht sein, allzu bergig auch nicht, „halt so, dass die Sprinter abfallen“, sagt er. Der 16-Jährige mag es, an der Spitze zu attackieren und aus kleinen Gruppen heraus einen Zielsprint zu lancieren. Eben wie bei der Deutschen Meisterschaft. Im Profikalender wäre Mailand – San Remo so ein Rennen, das ihm vom Profil her liegen könnte.

Sein einstiger Trainer traut ihm den Sprung zu den Profis zu: „Er ist einer, der definitiv mal bei der Tour de France fahren könnte“, sagt Dieter Brenzel. „Wie sagt man so schön: Marius ist aus dem Holz, aus dem Olympioniken geschnitzt sind.“ Allerdings immer unter dem Vorbehalt, dass Mayrhofer gesund bleibt. In der deutschen U19-Rangliste wird er hinter Teamkollege Märkl an Platz zwei geführt, vier Rennen hat Mayrhofer in dieser Saison gewonnen. Neun waren es 2016.

Im Vorjahr stellte der 16-Jährige das Mountainbike endgültig zur Seite und konzentriert sich seither nur noch auf die Straßenrennen. 2019 will er in einem Development-Team eines Profi-Rennstalls unterkommen, in der kommenden Saison fährt Mayrhofer noch bei den Junioren. Sein Ziel: „Ich will einfach so viele Rennen wie möglich gewinnen.“

 

Zitat:

Er ist einer, der definitiv mal bei der Tour de France fahren könnte.

Dieter Brenzel, beim RV Gomaringen einst Trainer von Marius Mayrhofer

 

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Auch die Schwester zählt zu Deutschlands Elite

Lucy Mayrhofer, die noch für den RV Gomaringen startet, ist 2002 geboren und die jüngere Schwester von Marius Mayrhofer, dem neuen Deutschen Straßenradmeister der U19. Aber auch schon erfolgreich: Bei den deutschen Meisterschaften gewann sie am vergangenen Samstag die Bronzemedaille im Straßenrennen. Außerdem hat Lucy Mayrhofer bereits vier Saisonsiege eingefahren, darunter das Bergzeitfahren und die Gesamtwertung der TMP-Jugendtour in Gotha. Die Eltern kommen nicht aus dem Radsport, es ist eine Leidenschaft, die von den Geschwistern entfacht worden ist.

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