Suchtpräventionstage 2018 an der WSS

Mit verschiedenen Workshops rund um das Thema Süchte konnten sich die Schüler*innen aus dem Wirtschaftsgymnasium und des Berufskollegs mit dem von ihnen selbst gewählten Thema auseinandersetzen.

Die externen Fachreferenten informierten über die verschiedenen Formen von Sucht, was dahinter steckt und welche Hilfen es gibt.

Frau Kottmann von Tima e.V. Tübingen, Präventions- und Beratungsstelle bei Essstörungen, brachte mit „Change my way“, einem Film, der die Situation Betroffener anschaulich zeigt und einer anschließenden Diskussionsrunde das Thema Essstörungen zur Sprache. Es wurde deutlich, dass meist Sorgen und Kummer Ursache dafür sind und wie bei solchen Seelennöten geholfen werden kann.

Bei der Tübinger Aidshilfe ging es nicht nur um HIV, sondern vielmehr um das Sensibilisieren für gefährliche Situationen wie z.B. das Zusammenwirken verschiedener Suchtmittel oder auch wie in Akutsituationen zu reagieren ist und was unter „harm reduction“ zu verstehen ist.  Auch das Pro und Contra zum Thema Legalisierung von Haschisch wurde diskutiert.

Mitarbeiterinnen der Kinder- und Jugendpsychiatrie befassten sich mit einer Schülergruppe mit dem Thema „Exzessive Mediennutzung“. Das Problem werde oft spät erkannt, da nahezu jeder mit vielzähligen Medien tagtäglich umgeht. Die Schüler*innen wurden dafür sensibilisiert, wo das gesunde Maß aufhört. Nicht als „Teufelszeug“ deklariert, sondern ein gesunder Umgang damit soll nicht überschritten werden. Ein niedrigschwelliges Beratungsangebot in der Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist mit einer Spezialsprechstunde eigens dafür eingerichtet.

Die Sucht- und Drogenberatungsstelle widmete sich dem Thema illegale Drogen und Alkohol.

Ein besonderes Highlight war das Theaterstück „Zocker“ von Alexej Boris aus Stuttgart, das auf informative, unterhaltsame Weise und mit interaktiver Einbeziehung des Publikums in das Geschehen die Gefahren von Spielsucht nahe brachte. Im anschließenden Gespräch konnten viele Fragen beantwortet und interessante Informationen und Erkenntnisse gewonnen werden.

Zwei Drittel der befragten Schüler*innen bewerteten den Suchtpräventionstag mit sehr gut und das vielseitige Angebot wurde gelobt. Viele würden gerne noch mehr Workshops zum Thema besuchen und wünschen sich noch mehr Zeit dafür, so dass insgesamt von einem großen Interesse ausgegangen werden kann.

You better wALK alone

2018_Suchtpraeventionstage02

Das Theaterensemble SAKRAMO 3D aus Aalen brachte den Schüler*innen der zweijährigen Berufsfachschule durch realistische Alltagssituationen aus Schule, Familie und Freundeskreis unterhaltsam und spannend, ohne erhobenen Zeigefinger nahe, wie man ein Gespür für riskante Situationen entwickeln kann. Die sehr vielseitigen und authentisch gespielten Charaktere waren aus dem Leben junger Menschen gegriffen und es gab viele Situationen des Stückes, die jeder schon einmal in irgendeiner Form erlebt hat und sich entscheiden musste. Es wurde auch deutlich, wie sich unter Alkohol- und Drogeneinfluß ein gefährlicher Mut entwickeln und was dabei passieren kann.

Kernaussage des Stücks ist „Kenn Dein Limit“ und wie wichtig es ist, auch mal NEIN zu sagen.

Dies wurde im daran anschließenden Nachgespräch mit den Schauspielern in ihren Klassen diskutiert und vertieft. Außerdem konnten die Schüler*innen mit einer Rauschbrille ausprobieren, welche Einschränkungen sich mit 1,3 Promille im Bewegungsapparat bemerkbar machen.

Nicht nur eine willkommene Abwechslung zum Unterricht, sondern viele Anregungen zum Nachdenken war das Fazit der meisten Teilnehmer.

Edith Killinger

Schulsozialarbeit

 

14.06.2018

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