#HassIstKeineMeinung – Gegen Hassrede im Internet

Was ist eigentlich Hassrede? Wo fängt sie an und wann ist es nur ein geschmackloser Scherz? Warum verbreitet sich Hass im Internet so schnell? Wie kann jeder Einzelne darauf reagieren?

Antworten auf diese Fragen zu finden – darum ging es der Klasse WGI 13/4 am 02.05.19 im Workshop #HassIstKeineMeinung. Als Experte führte Jannes Rupf vom Internationalen Bund die Schüler*innen durch den Tag. Im Rahmen des diesjährigen Mottos der Wilhelm-Schickard-Schule „Demokratieverständnis stärken“ hatte sich die Klasse für den Workshop entschieden, der auch vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert wird.

Als Einstieg wurden die Teilnehmer*innen mit verschiedenen Bildern bzw. Aussagen konfrontiert, die Hass in unterschiedlicher Abstufung zeigen, und sollten dazu Stellung nehmen (stimme zu / neutral / stimme nicht zu). Bereits durch diese Aufgabe zeigte sich, dass Bilder unterschiedlich interpretiert und der Grad des Hasses unterschiedlich bewertet werden. Als Schlussfolgerung stellten die Diskutierenden fest, dass jede Form von Gewalt bzw. deren Androhung gegenüber bestimmten Gruppen einen Ausdruck von Hass darstellt – egal, ob ein Smiley angefügt wird oder ob es als Meme verpackt ist.

Warum verbreitet sich Hass im Internet so schnell? Dieser Frage näherte sich die Gruppe im nächsten Schritt. Zunächst wurde vermutet, dass das Internet eine schützende Anonymität biete. Tatsächlich jedoch, so Rupf, äußern mittlerweile sehr viele Menschen hasserfüllte Posts unter ihrem echten Namen. Sehr viel mache dagegen die bestehende Distanz zu der anderen Person bzw. einer bestimmten Gruppe aus. „Es fällt viel schwerer, eine Person zu beleidigen, während ich ihr direkt in die Augen schaue“, sagt Rupf und veranschaulicht es eindrücklich mit einem Video, in dem ein dunkelhäutiger Migrant andere Menschen darum bittet, ihm eine Nachricht zu übersetzen, die er per Messenger erhalten hat. Der Inhalt dieser Nachricht ist sehr beleidigend und menschenverachtend. Die Reaktionen derjenigen, die die Nachricht übersetzen sollen, sind alle sehr ähnlich: Zunächst sieht man ihr Erschrecken, auf das die Nachfrage folgt, ob er diese Nachricht wirklich übersetzt haben wolle. Eine andere Reaktion ist, dass die Personen sich weigern, ihm die Nachricht zu übersetzen.

Als weiteren Grund, dass sich Hass im Internet schnell verbreitet, erklärt Jannes Rupf den sogenannten „Echokammer Effekt“. Insbesondere in sozialen Netzwerken nehme man verstärkt die Meldungen wahr, die die eigene Meinung verstärken und umgebe sich auch lieber mit eben solchen, die dem eigenen Weltbild entsprechen. Dadurch würden andere Meinungen und entgegenstehende Argumente ausgeblendet und die User innerhalb eines Netzwerkes bestätigten sich gegenseitig immer wieder die Richtigkeit ihrer Aussagen.

„Je nachdem, welcher Äußerung man im Internet begegnet, gibt es verschiedene Möglichkeiten darauf zu reagieren, z.B. mit Argumenten oder Humor“, empfiehlt Rupf, und ergänzt: „verleumderische bzw. demokratiefeindliche Äußerungen können sogar zur Anzeige gebracht werden.“

Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich durch den Workshop besonders sensibilisiert und drehten zum Abschluss eigene Kurzfilme. In kleinen Szenen stellen sie dar, wie wir uns im Falle von Alltagsrassismus verhalten sollten.

Anzusehen ist ein Beispiel unter folgendem Link.

Kurzfilm zu #HassIstKeineMeinung

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