Auf Kurs gebracht – Wie der Unterricht an der Wilhelm-Schickard-Schule so läuft

„Guten Morgen“ – „Bin da“ – „Anwesend“ – Freitagmorgen um 7:40 Uhr melden sich die ITS- und Informatikkaufleute zum Deutschunterricht bei ihrer Lehrerin Ulrike Kern im Schul.cloud-Channel an. An der Wilhelm-Schickard-Schule (WSS) läuft der Unterricht nach Stundenplan weiter. Die fast 1400 Schülerinnen und Schüler der Kaufmännischen Schule und die Kolleginnen und Kollegen sind über das Chatsystem oder über Moodle in Videokonferenzen registriert und miteinander verbunden. So bleibt die Struktur des Tages und der ganzen Woche erhalten, Unterrichtsinhalte werden nach dem Bildungsplan unterrichtet. Im Chat können Fragen geklärt werden, Arbeitsblätter werden als Datei eingestellt und können bei Bedarf direkt erläutert, Antworten können kommentiert werden.

Mit einer gewaltigen Anstrengung hat die Schulleitung am letzten Schultag vor dem Shutdown das WSS-Schiff auf den neuen Kurs gebracht. Vorausschauend hatte Schulleiter Joachim Maurer schon am Wochenende zuvor sämtliche IT-Lehrer der WSS für die technische Umsetzung zum Einsatz gerufen. Diese ExpertInnen richteten die unterschiedlichen digitalen Systeme ein, die dann für die ganze Schule laufen sollten, gaben entsprechende Registrierungsschlüssel aus und hielten Blitzlehrgänge für die Lehrerinnen und Lehrer ab,  bzw. schrieben Handlungsanweisungen zu Einrichtung und Gebrauch der digitalen Angebote. „Unsere Haltung ist: Der Unterricht geht weiter, das Format ändert sich. Wir stellen unseren SchülerInnen, die ja etwas älter sind, mit unseren technischen Mitteln einen Gegenentwurf zu Wochenarbeitsplänen und anonymen Arbeitsaufträgen zur Verfügung“, so Martin Riehle, stellvertretender Schulleiter der WSS.

Dank des bereits zu Beginn des Schuljahres eingerichteten elektronischen Tagebuchs werden die Unterrichtsinhalte und die Anwesenheit der Lernenden problemlos weiter erfasst. Viele Betriebe, die Ihre kaufmännischen Auszubildenden in die Berufsschule der WSS schicken, sind begeistert, dass Unterricht „stattfindet und die Schülerinnen und Schüler sogar aufgerufen werden“, so die Ausbildungsleiterin Sibylle Tächl von der Kreissparkasse Tübingen, die ihre Auszubildenden im Home-Office weiterhin intensiv betreut. Und auch die Schüler und Schülerinnen selbst äußern sich nach anfänglichen Vorwürfen des Übereifers – ihre Lehrer hatten mit der Versorgung mit Arbeitsaufträgen wohl anfangs etwas übertrieben – in überwiegender Mehrzahl positiv. In einer Stellungnahme zur Unterrichtsversorgung schreibt Max Bitzer aus der ITS-Klasse: „Klar hatten wir alle anfangs noch einige Probleme mit der Software, da sowohl die Lehrer und Schüler bei uns kaum Zeit hatten sich darin einzuarbeiten, aber nach einigen Tagen und guter Zusammenarbeit ist sozusagen eine kleine Schwarmintelligenz in jeder Klasse entstanden. Jeder weiß alles, hat alle Infos und kann immer nachfragen, sowohl seine Klassenkameraden als auch den Lehrer selbst.“

Würde man das derzeitige Netz der Wilhelm-Schickard-Schule sichtbar machen, dürfte es ein Bild von beeindruckendem Ausmaß sein: Alle LehrerInnen in ihren Arbeitszimmern, alle Schülerinnen und Schüler daheim am Schreibtisch und am Steuerrad im Schulhaus hält das Schulleitungsteam die Stellung und alle Fäden in der Hand. 

Titelbild: Martin Riehle – Wilhelm-Schickard-Schule

Erklärung zum Titelbild: Die BWL-Lehrerin Rebecca Kohfink beim Live-Unterricht mit ihrer Klasse.

1 thought on “Auf Kurs gebracht – Wie der Unterricht an der Wilhelm-Schickard-Schule so läuft”

  1. Vielen Dank an alle! Es ist so schön zu sehen, was wir gemeinsam, Schüler*innen und Lehrer*innen, alles hinkriegen. Ich bin begeistert.

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